GFST02 – Der Gretchenfrage-Stammtisch: Agnostisch-katholische Beziehungen und Gebete für Terroristen

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Gretchenfrage, Stammtisch

 

Veröffentlicht: 3.12.2015

In dieser Folge reden wir mit Torsten über seine Beziehung zu einer Katholiken und darüber wie so etwas geht, wenn man selbst nicht an Gott glaubt. Wir reden über die Kirche und ihr Verhältnis zum Staat, über den Papst und darüber, ob man für die Täter der Terroranschläge von Paris beten darf.

Gerahmt wird das alles von von Marks Wut darüber, dass sein Audiointerface im entscheidenden Moment den Geist aufgegeben hat und wir auf unsere Notlösung, Flos Zoom H2, zurückgreifen müssen.
Die Aufnahmequalität ist daher etwas schlechter, dafür hört man live unsere Katzen – auch schön.

Viel Spaß beim Hören!

 

Show Notes

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8 Gedanken zu „GFST02 – Der Gretchenfrage-Stammtisch: Agnostisch-katholische Beziehungen und Gebete für Terroristen

  1. Find ich super, dass ihr dieses Projekt weiterverfolgt
    Bin noch nicht fertig mit dem Hören der Folge, aber ich wollte euch schonmal ein kurzes Dankeschön dalassen.

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    1. Ja – das Feedback auf die Stammtische ist tatsächlich ziemlich gut.
      Scheinen besser anzukommen, als die anderen Formate.

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  2. Habibis, eine nette Sendung. Ganz schön christlich, aber eine tolle Erzählung von Torsten. Dank für die Offenheit.
    Bier und Stammtisch passt doch, oder? Auch euer nun schon beim Hören sehr retrospektiver Blick auf Paris ist schön besonnen.
    Dranbleiben!

    P.S.: Beten für andere für andere (also an meiner statt)? Ihr werdet noch Gegenstand von unserer Sendung…

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    1. Wir als Forschungsgegentand? Ich weiß grad nicht, wie ich mich da fühlen soll. 🙂

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      1. Fühlt Euch gewertschätzt. Much Love!

        Wenn Ihr jetzt betetet, und ich säße zu Hause vor dem Gerät wie bei “Urbi et Orbi”, und dann flatterte ich Euch, wäre dass nicht das Wiederaufleben des Energieausgleichs von Kanal Telemedial?

        Ich grüße Euch herzlich! #bestefolge

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        1. Oh Gott… also so möchte ich unsere Idee nicht verstanden wissen.
          Nochmal: Flo und ich werden die Gedanken in ein Gebet packen. Aber das heißt nicht, dass wir für euch beten. Das war zwar mal meine Idee, aber mir ist dann recht schnell klar geworden wie schnell das missverstanden werden kann und dass das auch ziemlich arrogant wäre (ohne so gemeint gewesen zu sein). Das hört man ja auch, denke ich, auf der Aufnahme.

          Nein. Wer da mitmachen will stellt seine Gedanken mit denen aller anderen und auch unserer Gedanken in eine Reihe. Es ist ein Ausschnitt dessen, was unseren HörerInnen gerade im Kopf herumgeht und auf dem Herzen liegt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

          Im übrigen hoffen wir, geflattert zu werden, weil ihr unseren Podcast mögt und uns unterstützen wollt, neues Equipment zu kaufen und nicht weil ihr denkt, euch bringt das näher zu Gott, oder so einen Unsinn. 🙂

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  3. Moin,

    schöne Folge, hat mir beim bemalen meiner Bastelmodelle die Zeit effektiv verkürzt, danke dafür! Es ist ja zwischendurch bei euch immer so spannend, dass ich mir Notizen machen muss, um hinterher an der ein oder anderen Stelle in Ruhe weiter denken zu können. Vor allem zwei Themen sind mir da diesmal als kontrovers aufgestoßen.

    “Ohne Gott, keine Moral”. Dieses Statement hat ja als Debattenanstoß im Raum gestanden (ohne dass ich jetzt einem der Beteiligten unterstellen würde, es handele sich um seinen Standpunkt). Das ist auf der einen Seite natürlich eine gemeine Unterstellung. Da wird behauptet, der Gottlose könne einfach nicht gut sein. Mir ist auch gar nicht klar, wie sich diese These angesichts zahlreicher praktischer Gegenbeispiele aufrecht erhalten lassen soll. Andererseits könnte man den Spieß ja auch umdrehen. Was ist schon eine Moral, eine gute Tat wert, die nur begangen wurde, um einem Gott zu gefallen/um nicht seinen Zorn auf sich zu ziehen? Wenn ich einem Menschen in Not helfe, weil ich fürchte, dass mich bei Unterlassung der Blitz trifft, was bleibt dann noch “gut” an meinem Handeln?

    Ich weiß es nicht, ich war nie religiös, aber führt Religion nicht stets zu der Versuchung sich jeden Tag aufs neue einen moralischen Vorschuss auszuzahlen? “Ich glaube an den wahren [insert god here], also bin ich einer von den guten, den wahrhaftigen Menschen. Das muss mir der blöde Atheist erstmal nachmachen und dann kann er erst versuchen sich so gut zu verhalten wie ich.” Das scheint mir ein ständig dreuender Pitfall für Religiöse zu sein.

    Das andere Thema, dass bei mir regelrecht Sodbrennen auslöst, ist, wenn ich höre, dass jetzt für die Opfer der Anschläge (z.B. von Paris) gebetet wird. Nicht so sehr für die Täter – das halte ich für unkritisch. Aber jetzt haben religiöse Fanatiker diese armen Menschen in Paris ‘zu ihrem Schöpfer geschickt’ und alles was der nächsten religiösen Gruppe einfällt, ist, diesen Schöpfer zu bitten, in Anbetracht der besonderen Umstände mit den armen zerbombten mal nicht ganz so streng zu sein. Hätte man von dem Schöpferkonzept als ganzes rechtzeitig Abstand genommen, hätte man das ganze verdammte Problem nicht! Für andere Menschen zu beten hat schon auch was übergriffiges an sich. Eine Art von ungefragter Vereinnahmung.

    Ich freue mich auf weitere tolle Podfolgen und wünsche euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    1. schöne Folge, hat mir beim bemalen meiner Bastelmodelle die Zeit effektiv verkürzt, danke dafür!

      Tehe – beim Basteln und Bemalen hör ich auch immer Podcasts. Freut uns, dass es dir die Zeit versüßt. 🙂

      Da wird behauptet, der Gottlose könne einfach nicht gut sein. Mir ist auch gar nicht klar, wie sich diese These angesichts zahlreicher praktischer Gegenbeispiele aufrecht erhalten lassen soll. Andererseits könnte man den Spieß ja auch umdrehen. Was ist schon eine Moral, eine gute Tat wert, die nur begangen wurde, um einem Gott zu gefallen/um nicht seinen Zorn auf sich zu ziehen? Wenn ich einem Menschen in Not helfe, weil ich fürchte, dass mich bei Unterlassung der Blitz trifft, was bleibt dann noch “gut” an meinem Handeln?

      Gegen diese Interpretation haben wir uns ja explizit gestellt. “Ohne Gott kein moralisches Handeln” ist ja eine ähnliche Aussage, wie “außerhalb der Kirche kein Heil”. Natürlich kann ein Mensch auch ohne Glaube eine Moral haben. Nur: Wenn du glaubst, dann kommst du um eine Moral nicht drumherum. Denn Glaube verpflichtet.
      Aber Achtung: Damit ist nicht gemeint, Gutes zu tun, aus Angst, Gott könne mich sonst strafen. Das ist zwar auch eine Moral, aber keine gute, denn sie beschränkt den freien Willen. In der Rechtslehre gibt es den Ansatz, dass es völlig egal ist, warum sich Menschen rechtskonform verhalten, solange sie es tun. Ob sie also nun nach dem Gesetz handeln, weil sie es für sich als richtig erkannt haben oder nur aus Angst vor dem Gefängnis ist letztendlich egal. Einen ähnlichen Ansatz hat Kirche lange verfolgt und versucht, richtiges Handeln mit der Angst vor dem Fegefeuer zu erzeugen.
      Das aber ist kein echtes, moralisches Handeln aus innerer Überzeugung heraus. Du sollst nicht Gute Dinge tun, weil du Angst hast, sondern weil sie dir selbst als Gut erscheinen. sonst, da hast du völlig recht, sind die guten Taten wenig bis nix wert.

      Ich weiß es nicht, ich war nie religiös, aber führt Religion nicht stets zu der Versuchung sich jeden Tag aufs neue einen moralischen Vorschuss auszuzahlen? “Ich glaube an den wahren [insert god here], also bin ich einer von den guten, den wahrhaftigen Menschen. Das muss mir der blöde Atheist erstmal nachmachen und dann kann er erst versuchen sich so gut zu verhalten wie ich.” Das scheint mir ein ständig dreuender Pitfall für Religiöse zu sein.

      Ein Professor von mir hat immer gesagt: “Der Glaubende hat immer ein Problem mehr als alle anderen: Gott”. Ich reiße das hier etwas aus dem Kontext, aber ich finde es sehr treffend. Ja – das ist eine ständige Gefahr. Und das begegnet einem leider viel zu häufig und scheint eine Grundkonstante fundamentalistischen Denkens zu sein. Die 9/11 Attentäter haben sich beispielsweise in einer Gruppe aufgehalten, die sich selbst als auserwählt und rein betrachtet hat. Als moralisch überlegen.
      Ich glaube allerdings ernsthaft, dass diese Gefahr auch in anderen Denksystemen herrscht, bzw. herrschen kann: Nicht selten werden politische, gesellschaftliche oder auch wissenschaftliche Diskurse mit dem Argument geführt, dass man aufgrund der richtigeren Überzeugung per se recht hat und der andere falsch liegen müsse.

      und alles was der nächsten religiösen Gruppe einfällt, ist, diesen Schöpfer zu bitten, in Anbetracht der besonderen Umstände mit den armen zerbombten mal nicht ganz so streng zu sein.

      Also wenn ich jemals für so etwas beten sollte, kannst du dir ernsthaft Sorgen um meinen geistigen Zustand machen. Das Gebet für die Opfer hat nicht so sehr zum Ziel, Gott zu einer bestimmten Handlung zu bewegen. Es geht vielmehr um die Vermittlung eines Gedenkens, um das Mitfühlen im Schmerz und um die Artikulation einer Hoffnung: Dass es diesen Opfern jetzt gut geht, wo sie doch brutal aus ihren Lebenszusammenhängen gerissen wurden. Dass ihr Schmerz und Leid jetzt ein Ende hat. “Gebet für” meint nie “Gebet anstelle für”. Letzteres wäre in der Tat übergriffig. Deswegen haben wir ja in der Einladung zum Jahresgedanken auch davon Abstand genommen genau das zu tun.

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