Gretchenfrage

GF016: Gott essen – Von jüdisch-hellenistischen Gastmählern, moderner Eucharistie und Gottesdiensten im Internet

Wir sind wieder da! Und wir haben Verstärkung mitgebracht! Meike heißt sie und wird ab jetzt mit Flo und Mark die Gretchenfrage bilden. In dieser ersten Folge mit uns Dreien geht es um die katholische Kirche in der Sinnkrise dank Corona. Wer sind wir eigentlich und wozu sind wir da, wenn wir nicht mehr am Sonntag Eucharistie feiern können? Ist Kirche noch für etwas anderes gut? Und überhaupt: Woher kommt eigentlich die Eucharistie und müssen wie sie so feiern, wie wir es (vermeintlich) immer schon getan haben?

Wir wünschen euch viel Vergnügen beim Hören. Haltet Abstand und passt auf euch auf!

Shownotes

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GF016: Gott essen - Von jüdisch-hellenistischen Gastmählern, moderner Eucharistie und Gottesdiensten im Internet by H3rmes is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial 4.0 International

4 Gedanken zu „GF016: Gott essen – Von jüdisch-hellenistischen Gastmählern, moderner Eucharistie und Gottesdiensten im Internet

  1. Wie schön, dass die Gretchenfrage weitergeht!

    Hier ein paar Gedanken und Erfahrungen zum Thema der Sendung aus evangelischer Sicht:
    Da bei uns das Abendmahl nicht automatisch bei jedem Gottesdienst dabei ist und wir auch viele sogenannte “Predigtgottesdienste” ohne Abendmahl feiern, erscheint der Verzicht auf das Abendmahl, der bei uns mit den Schließungen der Kirchen automatisch einherging, für mich persönlich leichter und nicht so dramatisch wie in eurem Gespräch beschrieben.
    Am Gründonnerstag haben mein Mann und ich das sogenannte “Agapemahl”, welches bei uns Protestanten klar vom Abendmahl getrennt ist, deshalb auch von Laien gefeiert werden kann und kein Sakrament, aber ein schönes gemeinsames Ritual darstellt, gefeiert. Ist diese Form auch in der katholischen Kirche bekannt, bzw. wird sie praktiziert?
    Insgesamt habe ich tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass ich meinen Glauben in den letzten Wochen viel intensiver und bewusster gestaltet habe als sonst im Alltag. Da mein Mann und ich dank Homeoffice und Ausgangsbeschränkung jeden Abend zu Hause waren (was im Alltag sonst nicht immer der Fall ist), war es uns möglich, eine tägliche gemeinsame Andacht zu feiern. Wir haben uns einfach mit Liederbüchern und Bibeln zusammengesetzt, gemeinsam einige Lieder gesungen, biblische Texte gelesen und zusammen gebetet. Wir haben erlebt, dass uns das bis jetzt auch durch diese Zeit mit allen offen Fragen getragen hat.
    Auch die Sonn- und Feiertage habe ich intensiver erlebt. Anstatt einfach wie immer in den normalen Sonntagsgottesdienst vor Ort zu gehen, haben wir bewusst ausgesucht, welchen Online-Gottesdienst wir von zu Hause mitfeiern wollen oder ob wir selbst eine kleine Feier organisieren wollen. Zu Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag haben wir jeweils selbst eine kleine Liturgie zusammengestellt, mit Texten, Liedern, biblischen Texten und Zeichenhandlungen wie dem gemeinsamen Essen zu Gründonnerstag oder dem Löschen von Kerzen an Karfreitag. Dazu sollte erwähnt werden, dass wir beide keine Theologen sind, sondern uns mit Hilfe von Vorschlägen von Hausandachten aus dem Internet und den Liederbüchern, die wir zu Hause hatten, ausgeholfen haben. Ich habe erlebt, dass mir durch diese intensive Auseinandersetzung und die Entscheidung für Lieder, Texte und Gebete die Bedeutung dieser Tage viel bewusster geworden ist und ich mich viel stärker damit auseinandergesetzt habe als beim normalen Gottesdienstbesuch.
    Natürlich freue ich mich darauf, wenn wir wieder gemeinsam Gottesdienst in der Kirche feiern können. Für meinen persönlichen Glauben sehe ich diese Zeit jedoch auch als große Chance, mir bewusst mehr Zeit für Gott zu nehmen und zu fragen, was mir generell im Leben wirklich wichtig ist.

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    1. Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar und die persönlichen Schilderungen!
      Ich (Meike) bin übrigens auch keine Theologin, allerdings versuche ich mich an einem Fernkurs in katholischer Theologie.
      Soweit meine Kenntnis reicht, finden Agapefeiern in der katholischen Kirche oft im Anschluss an die Osternachtsliturgie statt.
      Darüber berichten Mark und Flo sehr anschaulich in der Episode 7 über Ostern, vielleicht magst Du da ja nochmal reinhören.
      Auch bei Katholiken gibt es Gottesdienstfeiern ohne Eucharistie, aber (leider) werden diese von einem Teil der Gläubigen oft nicht als gleichwertig zur Messfeier angesehen und (rein subjektiv aus meiner Wahrnehmung) auch in den Pfarreien nicht unbedingt gefördert.
      Was wir jetzt erleben, ist vielleicht ein kleines “Revival” solcher Agapefeiern im Rahmen von Hausgottesdiensten.

      Das, was ich gemacht habe – also während einer gestreamten Eucharistiefeier ein Stück Brot zu essen und einen Schluck Wein zu trinken, während der Priester die Kommunion zu sich nimmt – wird aus lehramtlicher Sicht zuweilen kritisiert, da man in Sorge ist, dass die – historisch belegte und in Anselm Schuberts Buch anschaulich geschilderte – Trennung von Eucharistie und Agapemahl hier wieder aufgehoben wird.
      Auch wenn Katholik*innen Agapefeiern im Rahmen von Hausgottesdiensten abhalten, wird dieser Tage aus bestimmten Ecken immer wieder darauf hingewiesen, man möge doch bitte nicht auf die Idee kommen, das häusliche Brotbrechen und Wein trinken als Eucharistie zu missdeuten.
      Was uns eben zu der Frage führte, ob die Eucharistie als liturgisch zu kontrollierendes Element wirklich das sogenannte Zentrum ist.

      Mein Eindruck ist: Ähnlich wie Du es schilderst, sind vielleicht viele Katholik*innen auch gerade dabei, sich in Zeiten der “eucharistischen Zwangspause” elementaren Fragen ihres Glaubens und der damit verbundenen Praxis zu stellen.

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  2. Super, dass ihr weiter macht und sogar jetzt mehr seid! Das ist toll!

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  3. “Meine eucharistische Stulle” war definitiv ein Highlight dieser Episode.

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